02.12.18

Neues Kirchenjahr - neue Perikopenordnung - neues Liederbuch

Wer sagt eigentlich, was am Sonntag gepredigt wird?
Nicht die Pfarrerin, nicht der Pfarrer legen fest, über was sie ihre Predigt schreiben, sondern die gängige Perikopenordnung. „Perikope“ kommt aus dem Altgriechischen und bezeichnet einen für die gottesdienstliche Lesung und Predigt zurechtgestutzten Abschnitt aus der Bibel.

Schon in der alten Kirche waren passend zu den großen Kirchenfesten bestimmte Evangelienabschnitte vorgesehen: an Ostern das Auferstehungsereignis, an Weihnachten die Geschichte von Jesu Geburt oder am 1. Advent sein festlicher Einzug in Jerusalem. Mit den Jahrhunderten kamen Abschnitte aus den neutestamentlichen Briefen und dem Alten Testament hinzu, bis für jeden Sonn- und Feiertag sechs Perikopenreihen vorlagen. Jedem Kirchenjahr wurde eine Reihe zugeordnet, so dass immer nach sechs Jahren wieder der gleiche Text zu predigen ist.
Nun sind allerdings die zu den Festen gehörigen Evangelien alle in der ersten Perikopenreihe versammelt, in der zweiten Reihe finden sich fortwährend Abschnitte aus neutestamentlichen Briefen, so dass im Jahr der ersten Reihe nur über die anschaulichen Haupttexte zum Sonntag gepredigt wird, im Jahr der zweiten Reihe hingegen eine Gemeinde ausschließlich Predigten zu den oft nicht sehr einfachen Brieftexten zu hören bekommt. – Dies war einer der Gründe für eine ausgiebige Revision der gottesdienstlichen Texte und Lieder, die nun abgeschlossen ist. Am 1. Advent 2018 wird diese neue Ordnung in Kraft treten.

Neue Perikopenordnung

Bei der Revision wurden die Reihen neu durchmischt, so dass die Gottesdienstbesucher in jeder Reihe sowohl Predigten über die zentralen Sonntagsevangelien hören als auch die ganze Vielfalt biblischer Texte kennenlernen. Etliche weniger zentrale Texte wurden aus den Reihen genommen, dafür wurde der Anteil alttestamentlicher Texte deutlich erhöht. Die ganze Vielfalt der biblischen Überlieferung soll in unseren Gottesdiensten erklingen. Neu hinzu kamen Texte aus den Büchern Jona, Rut oder Hiob, ja, sogar Psalmen sind nun immer wieder Gegenstand der Predigt.

Neues Liederbuch

Neben der neuen Perikopenordnung wird zum 1. Advent ein neues Liederbuch „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder PLUS“ eingeführt. Es enthält neben den 94 neuen Liedern des bisherigen blauen Liederheftes 124 weitere Lieder aus jüngster Zeit. Im Anhang sind über unser Gesangbuch hinausgehend noch weitere Psalmen abgedruckt, so dass das Psalmgebet in unseren Gottesdiensten vielgestaltiger werden kann.

An einer Stelle wird auch das Kirchenjahr neu strukturiert. Mit dem 2. Februar (Mariä Lichtmess) endet künftig fest die Epiphaniaszeit. Am 3. Februar beginnt die Vorpassionszeit. Die Sonntage nach dem 2.2. werden künftig als „5. bzw. 4. Sonntag vor der Passionszeit“ bezeichnet. Dann folgen Septuagesimä, Sexagesimä, Estomihi, Invokavit usw.

Freuen wir uns also auf die neuen und vertrauten Texte und Lieder der neuen Perikopenordnung!